Der Kauf einer größeren Festplatte muss nicht unbedingt bedeuten, dass man das komplette Betriebssystem neu installieren muss. Dieser Artikel fasst die Schritte zusammen, die beim Verschieben einer Vista-Installation auf eine andere Partition nötig sind. Die Punkte lassen sich auch anwenden, wenn man eine Dual-Boot-Konfiguration auflösen und das Betriebssystem auf der Startpartition gegen das auf einer anderen ersetzen möchte.
Der Artikel Howto: Duplicate any Windows installation to a new hard disk … von Lorin Thwaits ist ein guter Ausgangspunkt. Die dort beschriebenen Schritte seien hier kurz zusammengefasst:
- Vorbereiten der Zielpartition (z.B. durch Formatierung oder Partitionierung)
- Einlegen der Windows Vista-Installations-DVD
- Rechner neu starten und von der Installations-DVD booten
- Installation starten, bis man zur Eingabe der Seriennummer gelangt
- Durch Drücken von Umschalt+F10 ein Eingabefenster öffnen
- Mit folgendem Kommando alle Dateien von der alten Partition (z.B. X:) auf die neue (z.B. C:) kopieren:
ROBOCOPY X:\ C:\ /e /XJ /efsraw /copyall /dcopy:t /r:0 - Abwarten, bis alle Dateien kopiert wurden (dies kann je nach Größe der Partition mehrere Stunden dauern)
- Installation abbrechen und neu starten
Weitere Informationen findet man in oben genanntem Artikel. Allerdings bezieht dieser sich auf das Kopieren einer Windows XP-Installation. Erst in den Kommentaren liest man, dass der Schalter /XJ für das Kopieren einer Vista-Installation unbedingt nötig ist! Dadurch wird nämlich verhindert, dass so genannte “Abzweigunspunkte” (engl. Junction Points) verfolgt werden. Ein solcher Punkt ist in der Deutschen Vista-Version z.B. das virtuelle Verzeichnis “C:\Benutzer”, das in Wirklichkeit auf “C:\Users” verweist. Lässt man den Schalter weg, kopiert ROBOCOPY beide Verzeichnisse, wodurch doppelter Speicherplatz belegt wird.
Probleme beim Booten
Nach dem Kopieren kann es passieren, dass Vista nicht mehr korrekt startet. Die folgenden Hinweise sollen bei der Problemlösung helfen:
Beim Start erscheint: NTLDR fehlt
Dieses Problem lässt sich einfach beheben, indem man von der Windows Vista-DVD bootet und die Reparaturoption auswählt. Die Installationsroutine sollte einen Fehler finden und beheben. Gegebenenfalls ist die Prozedur ein weiteres Mal zu wiederholen. Danach sollte Windows wieder starten.
Nach dem Starten von Windows, kann man sich anmelden, aber dann bleibt der Bildschirm leer
Dieser Fall tritt auf, wenn der Windows Explorer nicht gefunden werden kann. Vista speichert in der Registry zu jedem Laufwerksbuchstaben den physischen Identifzierer der jeweiligen Festplatte bzw. Partition. Da sich Vista nun auf einer anderen Partition befindet, entspricht der Laufwerksbuchstabe C: nicht mehr dem gleichen Identifizierer wie vorher. Dieses Problem kann man wie folgt lösen:
- Windows neu starten
- Bevor der Startbildschirm erscheint F8 drücken, um das Boot-Menü zu öffnen
- “Abgesicherter Modus” auswählen.
- Nach dem Start von Windows mit einem Benutzer anmelden, der Administratorrechte hat. Wurde das Administratorkonto nicht aktiviert, hat der Hauptbenutzer im abgesicherten Modus automatisch alle Rechte.
- Sollte der Explorer immer noch nicht starten, durch Drücken von Strg+Alt+Entf den Task-Manager öffnen
- Den Menüpunkt “Datei/Neuer Task (Ausführen…)” wählen.
regediteingeben und mit OK bestätigen.- Der Registrierungs-Editor erscheint. Dort folgenden Pfad öffnen:
HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\MountedDevices - Auf der rechten Seite alle Einträge (außer “Standard”) löschen
- Rechner neu starten
Nach diesen Schritten sollte das System wieder wie gewohnt laufen.
Ruhezustand funktioniert nicht mehr (das System fährt nicht mehr korrekt hoch)
Dies kann zwei Ursachen haben. Entweder ist die Datei für den Ruhezustand (C:\hiberfil.sys) defekt oder ein Eintrag in der Startkonfiguration stimmt nicht.
Im ersten Fall genügt es, folgende Schritte durchzuführen:
- Im Startmenü den Eintrag “Zubehör/Eingabeaufforderung” mit der rechten Maustaste anklicken und “Als Administrator ausführen” wählen.
- Folgende Kommandos ausführen:
powercfg -h off
powercfg -h on
Der Ruhezustand wird hiermit deaktiviert und danach wieder aktiviert, wodurch die hiberfil.sys neu erstellt wird.
Funktioniert der Ruhezustand danach immer noch nicht, ist die Startkonfiguration beschädigt. Dies kann man wie folgt beheben:
- Die Eingabeaufforderung wie oben als Administrator starten
- Überprüfen der Startkonfiguration durch folgendes Kommando:
bcdedit -enum all - Der Abschnitt “Resume from Hibernate” oder “Wiederaufnahme aus dem Ruhezustand” sollte vorhanden sein. (Falls nicht, bitte die oben beschriebenen Schritte ausführen). Allerdings enthält dieser folgenden fehlerhaften Eintrag:
inherit {resumeloadersettings} - Kopieren des Identifizierers des entsprechenden Abschnitts. Zum Beispiel:
Bezeichner {xxxx-xxxx-xxxx-xxxx} - Den fehlerhaften Eintrag durch folgendes Kommando löschen (wobei der Bezeichner durch den soeben kopierten ersetzt werden muss:
bcdedit -deletevalue {xxxx-xxxx-xxxx-xxxx} inherit
Danach sollte der Ruhezustand wie gewohnt funktionieren. Falls der Startbildschirm nun in englischer Sprache erscheint, kann man ihn mit folgendem Kommando auf Deutsch umschalten:
bcdedit -set {xxxx-xxxx-xxxx-xxxx} locale de-DE
Der Identifizierer ist wieder durch den oben gefundenen zu ersetzen.
Weitere Informationen zur Startkonfiguration findet man in Martin Richters Artikel Vista SP1 und so manche Ruhezustand/Hibernate Probleme.
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