Damit man später im Mix alle Möglichkeiten hat, Gesang gut zu integrieren, wird dieser in der Regel trocken aufgenommen. Dazu verwendet man oft Kabinen, die durch spezielle akustische Maßnahmen möglichst “tot” klingen, also keinen Nachhall erzeugen. Bei Bedarf kann man diesen später mit einem guten Hallalgorithmus dosiert hinzufügen.
Dieser Artikel beschreibt den Aufbau eines Schallabsorbierers, der das Mikrofon vor Reflexionen abschirmt, sodass möglichst nur das Direktsignal aufgenommen wird. Als Bauelemente kommen ausgewählte Materialien aus dem Baumarkt zum Einsatz:
- Filz (ca. 80x40cm)
- Dämmschaum (nicht drückend)
- Streckmetall (100x30cm)
- Dämmwolle (70x30cm)
- Holzleiste (ca. 1,5×1×200cm)
- Kunststoffleiste (ca. 1,5×1,5x240cm)
- Aluminiumfolie (140x30cm)
- diverse Schrauben
- diverse Eisenteile
Der Rahmen
Zunächst wird die Holzleiste in acht 30cm lange Stücke zerschnitten. Zwei davon dienen später als äußere Randstücke und müssen im Moment nicht weiter bearbeitet werden. Die anderen erhalten auf der langen Seite einen Winkel von 22,5°, sodass man je zwei mit Holzleim zusammenkleben kann und dadurch drei Leisten mit einem 45°-Winkel erhält (siehe Abbildung).
Aus der Kunststoffleiste wird nun ein Rahmen erstellt. Dazu werden zuerst zwei 30cm lange Stücke abgeschnitten, die später die äußeren, senkrechten Teile bilden. Sie werden an den beiden Enden um je 45° abgeschrägt, damit sie später mit den anderen Teilen einen rechten Winkel bilden können.
Die oberen und unteren Teile (insgesamt 8 Stück) haben je eine Länge von ca. 17cm. Die genaue Länge ist vom Streckmetall abhängig, das später an die Rückseite des Geräts angebracht wird. Vier dieser Teile erhalten beidseitig einen Winkel von 22,5°, damit man sie – ähnlich wie die Holzleisten – zu einem 45°-Winkel zusammenfügen kann. Die äußeren Teile erhalten nur auf einer Seite einen 22,5°-Winkel und auf der anderen einen 45°-Winkel nach unten, damit sie auf die oben angesprochenen senkrechten Teile passen.
Die Rückseite
Nachdem der Rahmen vorbereitet wurde, muss zunächst das Streckmetall gebogen werden. Dazu wird es in zwei Hälften geteilt, von denen eine ca. 70cm lang sein sollte (je nach Länge der oberen und unteren Kunststoffleisten multipliziert mit 4). Dieses Teil erhält in Abständen von 17cm (siehe oben) einen Knick von 45°. Es ergibt sich ein U-förmiges Gebilde mit einer Gesamtbiegung von 135°.
Das restliche Metall sollte in vier gleichgroße Teile geschnitten werden, wobei das vierte noch einmal halbiert werden muss. Drei dieser Teile werden in der Mitte um 45° geknickt. Sie kommen später (zusammen mit den geklebten Holzleisten) in die Ecken des Rahmens. Die halbierten Teile kommen an den linken und rechten Rand (siehe Abbildung).
Verwendet man ein Eisengitter, ist es ratsam die Teile an dieser Stelle noch zu lackieren, da sie sonst schnell rosten. Bei einem Aluminiumgitter ist dies nicht notwendig. Außerdem ist dieses auch leichter als ein Eisengitter – allerdings auch teurer.
Die Dämmwolle
Setzt man die zusammengeklebten Holzleisten in die Ecken der Kunststoffteile ein und fügt die anderen am Rand hinzu, ergeben sich dazwischen Freiräume. Diese müssen mit der Dämmwolle gefüllt werden. Am einfachsten ist es, wenn man den vorbereiteten Rahmen an dieser Stelle zusammenlegt (ohne ihn zu verschrauben) und die Freiräume mit einem Zentimetermaß ausmisst. So kann man vier Platten aus dem Dämmmaterial herausschneiden, die dort genau hereinpassen.
Diese Platten müssen außerdem halbiert werden, sodass sich aus je einer Platte zwei gleichgroße, halb so dünne Platten ergeben. Dazwischen wird eine Schicht Aluminiumfolie gelegt.
Zusammenfügen der Teile
Nun kann alles zusammengefügt werden. Zusammen mit den Holzleisten passt das Streckmetall genau in die Kunststoffleisten hinein. Auf der Rückseite – zwischen Holzleisten und Metall – ist noch eine Schicht Aluminiumfolie hinzuzufügen. Diese dient nicht nur einem akustischen, sondern auch einem optischen Zweck. Außerdem können somit später keine “Krümel” von der Dämmwolle abfallen.
Man sollte mit den unteren Leisten beginnen, die Holzteile, die Aluminiumfolie und das Metall hinzufügen und alles verschrauben. Sodann können die Platten aus dem Dämmmaterial mit der Aluminiumfolie in die Freiräume gesteckt werden.
Als nächstes werden die Kunststoffleisten an der Seite und oben ebenfalls mit dem Holz verschraubt. Man sollte möglichst kleine Schrauben verwenden, damit das Holz nicht bricht.
Die Innenseite
Der Hauptteil des Schirms ist nun fertig. Er kann jedoch noch verbessert werden, indem man auf der Innenseite eine Schicht Dämmschaum und Filz anbringt. Dazu wird aus einer Lage Filz eine Form in der Größe 70x30x1cm erstellt. Am besten spannt man um diese noch einen Holzrahmen (falls man noch altes Holz zur Verfügung hat), damit sich die Form beim nächsten Schritt möglichst wenig verbiegt.
Der Dämmschaum kann nun in die Form hineingefüllt werden. Es ist zu beachten, dass dieses Material an Volumen sehr stark zunimmt. Eine dünne Schicht sollte reichen. Wer jedoch sicher gehen will und die Dose Dämmschaum sowieso nicht mehr benötigt, kann auch ein bisschen mehr in die Form füllen.
Nachdem der Schaum trocken ist, was durchaus einen Tag dauern kann, wird alles Überflüssige mit einem möglichst langen Messer abgeschnitten, sodass eine 1cm dicke Platte aus Schaum mit aufgeklebten Filz übrig bleibt.
Diese wird dann in den Abständen der Schirmecken mit einem Messer vorsichtig eingeschnitten und dort geknickt. Die Platte kann dann an der Innenseite des Schirms angebracht werden, indem man sie mit den Holzleisten verschraubt.
Die Halterung
Hat man dies erledigt, ist der Schirm schon einsatzbereit. Will man noch eine Halterung anbringen (wie auf der Abbildung zu sehen), sollte man dies vor der Verschraubung der Schaumplatte mit dem Rahmen tun.
Die Halterung des DR002 besteht aus ein paar geschweißten Blechen, die am Rahmen befestigt sind. Diese wurden auf eine Schraube gedreht, damit man später auch die Höhe des Schirms gegenüber dem Mikrofon verändern kann. Die Schraube wurde außerdem auf ein Stück Eisen geschweißt, das in der Mitte eine Aussparung hat. Diese ist so groß, dass man das Stück Eisen mittels einer Flügelmutter auf einen Mikrofonständer schrauben kann. Das Mikrofon wird befestigt, indem man eine Gewindestange (bzw. zwei aneinandergeschweißte Schrauben) von unten in das Eisenstück steckt und mit einer Flügelmutter festzieht.

















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